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Kupierte Ohren / Ruten

Nicht zum Ersten und mit grosser, bedauerlicher Wahrscheinlichkeit auch nicht zum Letzten Mal erreichte uns wieder einmal ein Telefonat einer aufgelösten Fast-Hundehalterin aus der Schweiz. Sie hat sich für einen Hund aus Deutschland von einer Tierschutzorganisation entschieden, welcher ihr hätte gebracht werden sollen. Das Tier samt 'Vermittler' blieben an der Schweizer Grenze hängen, da der Hund KUPIERT ist. Nach ganz viel Papierkram und einem eingeleiteten Ermittlungsverfahren konnte glücklicherweise wenigstens noch die Beschlagnahmung des Hundes abgewandt werden. An eine Einfuhr in die Schweiz jedoch, war nicht mehr zu denken.

Ein grosser Appell an alle 'Tierschützer', Tierorgas und an private Hundehalter welche einen Vierbeiner aus den Ferien/Ausland mitnehmen (wollen). Bitte informiert Euch vorab, was für Gesetze im Bestimmungsland gelten. Die Aussage: "Im Nachhinein ist man immer schlauer" - musste ich mir einmal von einer 'unwissenden Hundehilfsorganisation' aus Deutschland anhören, als sie an der Schweizer Grenze mit einem kupierten Hündchen abgewiesen wurden. Das ist eine absolut dreiste, nichtsehrtierschützerische Einstellung, denn leidtragend alleine ist nur einmal mehr wieder das Tier, welches hin- und hergeschoben, im schlimmsten Falle sogar beschlagnahmt wird. Und diesem nützt es rein gar nichts, wenn verantwortungslose 'Personen' erst im Nachhinein auf seine Kosten schlauer geworden sind...

Es gibt Tiere, welche unfallbedingt, formveränderte Ohren, bzw. Ruten aufweisen. Ebenso gibt es Fälle von angeborener Rutenlosigkeit bzw. Missbildungen und Verkümmerungen der Rute. In diesen Fällen muss im Ursprungsland ein tierärztliches Attest ausgestellt werden, welches ganz klar die Formveränderung als nicht vom Menschen vorgenommene Einwirkung bestätigt. Aber auch in diesen Einzelfällen ist erfahrungsgemäss prinzipiell von einer Einfuhr abzuraten!


Zu den Fakten: 

Das Kupieren, also das Abschneiden oder Abklemmen der Ohren und der Rute ist für Hunde äusserst schmerzhaft. Zudem fehlen die Körperteile in der Kommunikation mit anderen Hunden. In der Schweiz ist der tierschutzwidrige Eingriff deshalb schon lange verboten. Dies gilt selbstverständlich für alle Hunde, ob Mischling oder Rassetier. Damit Hunde nicht einfach im Ausland kupiert oder aus dem Ausland kupierte Hunde gekauft werden, wurde auch die Einfuhr kupierter Hunde zurecht verboten. 

Wer mit seinem kupierten Hund reisen möchte, muss vom Veterinäramt des Wohnkantons im Heimtierausweis bestätigen lassen, dass das Tier legal kupiert und eingeführt wurde. Eine solche Bestätigung ist jedoch nur möglich, wenn das Tier nachweislich vor den Verboten kupiert oder eingeführt wurde.
 

Was ist illegal? Das Kupieren meines Hundes war illegal, wenn
  • dem Tier nach dem 1. Juli 1981 in der Schweiz oder nach dem 1. Juni 1988 im Ausland die Ohren kupiert wurden.
  • dem Tier nach dem 1. Juli 1997 (in der Schweiz oder im Ausland) die Rute kupiert wurde oder ihm Kippohren erstellt wurden.
 
Das Einführen meines Hundes war illegal, wenn
  • das Tier nach dem 1. Juni 1988 als Welpe unter fünf Monaten mit kupierten Ohren in die Schweiz gebracht wurde.
  • das Tier nach dem 1. Juli 1997 als Welpe unter fünf Monaten mit kupierter Rute in die Schweiz gebracht wurde.
  • das Tier nach dem 1. Juni 2002 mit kupierter Rute oder kupierten Ohren in die Schweiz gebracht wurde.
Ausgenommen davon sind lediglich Tiere, die vom Zoll als Umzugsgut mit ensprechenden Papieren anerkannt wurden. Auch an Hundeausstellungen in der Schweiz dürfen keine kupierten Hunde teilnehmen.